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MENSCHLICHE SYNERGIE UND KARATE D SYNERGETISCHE PRINZIPIEN VON KARATE.

Der fundamentalen Polaritaet Geist / Materie entsprechend, werden wir zwei Typen von Prinzipien unterscheiden: DA PHYSIKALISCHE PRINZIPIEN. DB GEISTIGE PRINZIPIEN.

DA PHYSIKALISCHE PRINZIPIEN

Physikalische Objekte kann man nach verschiedenen Gesichtspunkten einteilen. In Beziehung auf ihre Umgebung sind physikalische Objekte statisch oder dynamisch. Ein Objekt ist statisch, wenn sich alle darauf wirkende Kraefte gegenseitg aufheben. Ein statisches Objekt bleibt bewegungslos oder bewegt sich mit konstanter Geschwindigkeit. Es wird nicht beschleunigt. Auf ein dynamisches Objekt dagegen, koennen verschiedene Kraefte wirken. Es wird proportional zu der resultierenden Kraft beschleunigt. In Beziehung auf ihre interne Struktur koennen starre und biegsame Objekte unterschieden werden. Biegsame Strukturen veraendern sich unter Krafteinwirkung, waehrend die starre Strukturen unveraendert bleiben. Einen besonderen Fall stellt die gelenkige Struktur dar. Sie besteht aus starren Elementen, die untereinander mit Gelenken verbunden sind. Unter Krafteinwirkung bleiben die starren Elemente unveraendert, veraendern aber ihre gegenseitigen Positionen. Schliesslich, kann man aktive und passive Objekte unterscheiden. Aktive Objekte verfuegen ueber innere Kraftquellen, koennen deshalb auf ihre Umwelt einwirken und die entsprechenden Reaktionen erfahren. Sie koennen agieren, muessen aber nicht, d.h. sie koennen sich aktiv oder passiv verhalten. Passive Objekte koennen nur die Wirkung der aeusseren Kraefte erfahren und koennen nicht handeln. Der Mensch hat eine gelenkige Stuktur. Sein optimales Verhalten im Kampf ist dynamisch und aktiv. Den kaempfenden Menschen koennen wir also als eine gelenkige Struktur, die 1.Aktivitaet und 2.Dynamik aufweist, sehen. 1.Aktivitaet ist nicht notwendig, sondern ergibt sich aus freiem Wahl des Menschen. Sie kann jederzeit durch Passivitaet ersetzt werden, was aber mit der Aufgabe des Kampfes gleichzusetzen ist. Mit anderen Worten: solange der Mensch kaempft, bleibt er aktiv. Man koennte gegen diese Behauptung einwenden, dass sich ein Kaempfer aus taktischen Grunden vorlaeufig passiv verhaelt und dass wir selbst solche Faelle beschreiben und empfehlen, z.B. "sich fallen lassen". Wir geben natuerlich zu, dass Fallen passives Ertragen der Gravitaet bedeutet. Es setzt aber eine absichtliche Aktion voraus, naemlich das Aufheben der Fuesse. Es handelt sich hier um aktives Benutzen der natuerlichen Kraft und nicht um Passivitaet, die darin bestehen wuerde, stehen zu bleiben, nichts tun und sich schlagen zu lassen. Ein Schilaeufer benutzt ueberwiegend die Gravitaet. Niemand wird aber Slalom als passives Verhalten beschreiben. 2.Die Dynamik einer gelenkten Struktur ist ziemlich komplex. Man kann sie sehr grob in zwei Klassen einordnen: aeussere Dynamik und innere Dynamik. Die aeussere Dynamik betrifft die Reaktion des ganzen Objekts auf aeussere Wirkungen. Springen und Nachhintenfallen durch einen Stoss gehoeren zu dieser Klasse. Die innere Dynamik bezieht sich auf Faelle, bei denen das Objekt als Ganze ruht, seine Elemente aber ihre gegenseitige Positionen aendern. Besonders interessant ist der Fall der aktiven inneren Dynamik, wo die innere Positionsaenderungen Ergebnisse der innengenerierten Kraefte sind, z.B. der Aktionen der Muskel. Es ist sehr wichtig sich die innere aktive Dynamik wie folgt zu vorstellen: -die innere Kraft wirkt auf ein Element, -das Element uebertraegt die Kraft direkt, oder via andere Elemente auf einen Anker (z.B. ein Fuss), -der Anker ertraegt die Reaktion der Umgebung und uebertraegt sie auf die Struktur, -unter der Wirkung der Reaktion geben einige Gelenke nach, so dass sich nur die inneren Positionen aendern, das Objekt aber als Ganze statisch bleibt. Im allgemeinen wird die Wirkung durch eine Kette von Elementen und Gelenken uebertragen. Jedes gelenkte Elementenpaar besteht aus einem Anker (naeher an der Reaktion) und einem Schlaeger. Wir haben Dynamik als wesentliche Bedingung des Kampfverhaltens definiert, was, auf dem ersten Blick, ueberaschen mag, denn jedes Karatebuch raeumt den Stellungen die gleiche, wenn nicht eine groessere Bedeutung als den Bewegungen ein. Und Stellungen scheinen statisch zu sein. Sie erwecken diesen Anschein, sind es aber nicht. Rein statische Stellungen koennen nur passiv sein und Passivitaet haben wir als Kampfverhalten ausgeschlossen. Stellungen sind also: -entweder momentane Uebergangsphasen der aeussernen Dynamik, Schnapp- schuesse inmitten einer Bewegung, -oder Erscheinungen innerer Dynamik, anscheinend statisch, aber voll innerem Pulsieren der Energie- und Kraftfluesse. Fuer alle ueblichen Stellungen impliziert diese innere Pulsation alternatives Versetzen des Gewichts zwischen beiden Fuessen. In der Folge werden wir unter "Stellung" die anscheinend statische aber innendynamische Stellung verstehen. Die komplizierte Dynamik einer gelenkten Struktur kann man am besten anhand eines Beispiel erlaeutern. Betrachten wir einen Tsuki und zerlegen ihn in die entsprechende Kette der Anker/Schlaegerpaare: Fuss / Bein Bein / Huefte Huefte / Oberkoerper Oberkoerper / Schulter Schulter / Arm Arm / Unterarm Diese Zerlegung ist sehr grobkoernig. Der Oberkoerper, hier als Ganzes betrachtet, ist eigentlich eine komplexe gelenkte Struktur der Wirbelsaeule mit der inneren Dynamik von zahlreichen Muskeln. Fuer einen Chirurgen ist unsere Einteilung daher viel zu grob, sie entspricht aber der bewussten Wahrnehmung des eigenen Koerpers und erscheint deswegen als adequat fuer unsere Zwecke. Eine Slalom-Kurve hat eine vergleichbare Komplexitaet. Der Laeufer kann aber nicht an alle Elemente denken. Vielmehr fuehrt er die Kurve als Ganze aus: seine Augen zeichnen die Laufbahn in voraus und alles andere folgt automatisch. Die Zerlegung hatte er im Training gelernt und so lange geuebt, bis sie zum unterbewussten, automatischen Vorgang wurde. Aehnlich der Tsuki. Er soll solange geuebt werden, bis die Zerlegung automatisch erfolgt, der Anblick des Gegners zum einzigen bewussten Ausloeser wird, die Koerperwahrnehmung sich auf das globale Elementen-Paar begrenzt, in unserem Beispiel Fuss / Unterarm, und alle Zwischenpaare aus dem Bewusstsein verschwinden. Wir werden in der Folge Uebungen beschreiben, die alle involvierten Paare betreffen. Um sie aber richtig zu verstehen, muessen wir zuerst die wesentliche Frage beantworten: Wovon kommt die wirkende Reaktion der Umgebung, die den ganzen Tsukivorgang physikalisch ausloest? Wieso bewirkt der Boden diese Kraft auf den Fuss? Im Falle der aeussernen Dynamik ist die Antwort einfach: Der Fuss wurde als Bremse eingesetzt, um eine Bewegung des ganzen Koerpers anzuhalten, z.B. beim Ruecksprung. Der Tsuki wird hier als Gegenangriff benutzt. Der Fall der inneren Dynamik ist komplizierter. Die Reaktion des Bodens kann hier nur von einer Gewichtsversetzung kommen: das Gewicht wird auf den Ankerfuss versetzt. Wir haben aber gesehen, dass im Stand die Gewichtsversetzung nur ein Zyklus der alternativen Pulsation sein kann, d.h. notwendigerweise auf eine gegenseitige Versetzung folgt. Der Tsuki ergibt sich also aus zwei gegenseitigen, nacheinander folgenden Wirkungen: -Laden, oder Belastung des Gegenankerbeines, Drehung der Anker-Huefte nach hinten und Schwingung des Unterarmes nach hinten, -Entladen, oder Belastung des Ankerbeines, Drehung der Ankerhuefte nach vorne wodurch der Unterarm nach vorne geschleudert wird. Das Unterarm empfaengt diesen Druck nach vorne, in dem Moment wo er nach hinten schwingt. Die beiden gegenseitigen Wirkungen ergeben einen, dem Peitsche-Klatschen aehnlichen Gegenstoss, der den Unterarm mit gewaltiger Energie nach vorne katapultiert. In der Folge wird der Gegenstoss als eine der wesentlichen Prinzipien des Karate diskutiert. Hier moechten wir noch anmerken, dass der Gegenstoss eine subjektive Aehnlichkeit mit einem Sperrhebel aufweist, so dass auf dem Wege zu seiner Beherrschung einige sperrhebelorientierte Uebungen empfohlen werden. Der Gegenstoss besteht aus zwei Phasen: Laden und Entladen. Jede dieser Phasen ist dem Dreschflegel aehnlich: jedes Elementen-Paar besteht aus einem Anker und einem Schlaeger, die miteinander durch ein biegsames Gelenk verbundenen sind. Dementsprechend wird der Dreschflegel als ein Unterprinzip des Gegenstosses definiert. Schliesslich kann die treibende Kraft von einer aeusseren Quelle, z.B. vom Koerper des Gegners kommen und wir wollen seine eigene Kraft in Form der Reaktion gegen ihn verwenden. Diese Situation kommt vor, wenn wir zum Beispiel einen schnell herankommenden Gegner mit minimalem Aufwand anhalten und neutralisieren wollen. Wir wandeln unseren Koerper in ein starres Objekt um, dessen Form direkt die Aktionen und Reaktionen zwischen zwei Ankern uebertraegt, z.B. der Faust, die dem Gegner entgegengerichtet ist und dem Fuss, der auf dem Boden steht. Die optimale Form kann hier die Zenkutsustellung sein. Es liegt der Fall der aeusseren Dynamik vor. Die innere Kraefte begrenzen sich auf Modelierung der optimalen Position. Dieser Fall erlaeutert ein anderes wesentliches Prinzip, das wir Rammbock-Prinzip nennen.

DB GEISTIGE PRINZIPIEN

Synergie ist ein innerer Zustand, der nicht direkt wahrgenommen werden kann, der sich aber durch aeussere Erscheinungen offenbart. Eine dieser Erscheinungen ist KI, deren Staerkung einen der besten Wege zur Synergie darstellt. Wie alle wesentlichen geistigen Ziele, ist absolute Synergie nicht erreichbar. Sie ist eine Grenze an die man versuchen kann sich anzunaehern. In der Folge wird eine Vorstellung des Grenzzustandes von absoluter Synergie und maximalem KI geschildert. Ich extrapoliere dabei KI-Uebungen, die ich als Student einiger Meister und im Selbstudium ausfuehrte, aber auch Erfahrungen aus der Wissenschaft und aus der Musik. Grundlagen sind ausserdem zahlreiche Begriffe, die sich auf Strukturen des Seins beziehen, wie z.B. Sein-fuer-sich von Sartre, buddhistische Nirvana, oder Beobachtung im Sinne der modernen Physik. Konkrete KI-Uebungen koennen diese Vorstellung als Referenz benutzen, von welcher sie ihren Sinn schoepfen koennen. In konkreten Faellen wird KI als Strom empfunden, der durch den teilweise leeren Koerper fliesst. Im Grenzzustand wird mein ganzes Wesen zum Strom der durch den voellig entleerten Koerper fliesst. Sinnvorstellungen des leeren Koerpers werden auch leer und ich empfinde mich als leerer Stromleiter inmitten einer leeren Welt. Mein Partner und ich verschwinden als dichte, begrenzte Objekte. Wir sind nur noch zwei Quellen des einzigen KI-Stromes, der durch die einzige Leere fliesst. Hass, Agressivitaet, Wettkampf, erscheinen fortan sinnlos. Es gibt keinen mehr, gegen den ich gewinnen koennte.Ich bin selbst nicht da, um zu gewinnen. Verlieren kann ich auch nicht, es kann mir ueberhaupt nichts passieren. Ich bin wie tot und zweimal stirbt man nicht. Ich kann keine Angst mehr spueren. Aus diesem idealen Grenzfall ergeben sich einige allgemeine Anweisungen fuer konkrete Uebungen: -Der erste Zweck der Uebungen ist KI zu empfinden und in eine gewuenschte Richtung zu leiten. Fortgeschrittene spueren KI buchstaeblich wie elektrischen Strom. Anfaenger, die diese Faehigkeit noch nicht entwickelt haben, koennen es als Kette von Laden / Entladen, von Spannen und Entspannen der betroffenen Muskel, Sehnen und Gelenke empfinden. -Der naechste Zweck ist MA zu empfinden. Die Literatur beschreibt gewoehnlich MA als geometrische Distanz zwischen mir und dem Partner, d.h. als Laenge der Gerade, die zwei unbestimmte Punkte unserer Koerper verbindet. Diese grobe Beschreibung kann in eine praezise Definition verwandelt werden, in dem man die unbestimmten Punkte durch KI-Quellen und die abstrakte Gerade durch den konkreten KI-Weg ersaetzt: "MA ist der Weg, den KI zwischen meiner Quelle und der des Partners durchfliesst". Direkte MA-Empfindung heisst, dass ich das KI des Partners direkt als Strom spuere und beeinflussen kann. Dieses Niveau wurde nur von wenigen Grossmeister erreicht und wir sehen es als entferntes Ziel asymptotischer Annaeherungs-Schritte, das uns hilft korrekt MA-Uebungen zu gestalten. Obwohl direkte MA-Empfindung praktisch unerreichbar ist, freuen wir uns behaupten zu koennen, dass erste Annaeherungs-Schritte leicht zu erreichen sind und, dass schon diese ersten Schritte dem Studenten wahre Effizienz in Selbstverteidigung gewaehren. Selbstverstaendlich, setzen die ersten Schritte von MA ein gewisses Niveau im reinen KI voraus. In vergleichbaren Bereichen, wie z.B. Logik und Mathematik, koennen Lern-Vorgaenge voellig von theoretischer Dokumentation unterstuetzt werden. Im Falle des Trainings, besonders des synergetischen Trainings ist es ganz unmoeglich. Demzufolge ist der vorliegende Aufsatz keineswegs als selbststaendige Trainingsunterstuetzung gemeint. Es ist vielmehr ein Merkblatt, das an ein konkretes Training erinnert und dessen Wiederholung erleichtern kann. In der Folge werden konkrete Handlungen dargestellt mit Kommentaren, die sich auf wahrhaftige Abbildung und Empfindungen beziehen. Vernuenftiges und pseudovernuenftiges Verhalten werden kurz als "korrekt" und "falsch" qualifiziert.

KONKRETE HANDLUNGEN.

SICH FALLEN LASSEN. Falsches Verhalten. Ich beuge die Knie ohne komplett nachzugeben, so dass der Fall mit Muskelkraft gebremst wird. Korrektes Verhalten. Ich ziehe die Fuesse kraeftig nach oben, so, dass sie sich ueber den Boden aufheben und lassen mich komplett ungebremst und passiv fallen. GEWICHT AUF EINEN FUSS VERSETZEN. (Den rechten im Beispiel). Falsches Verhalten. 1.Ich stosse mit dem rechten Fuss gegen den Boden. Das Ergebnis ist genau entgegengesetzt: das Gewicht versetzt sich auf den linken Fuss. 2.Ich verschiebe den Koerper nach rechts. Das Ergebniss ist zwar richtig, aber unwirksam. Eine waagerechte Verschiebung des Koerpers, die durch keine direkte Kraft unterstuetzt wird, ist langsam und unschluessig und so ist auch die Versetzung des Gewichts. Sie kann keine scharfe, dynamische Aktion ausloesen. Korrektes Verhalten. Ich hebe den rechten Fuss auf und lasse mich auf ihn fallen. Die Ver- setzung des Gewichts wird durch direkt wirkende Gravitaet verursacht. Sie ist schnell und dynamisch. Durch absichtliches Abbremsen kann der rechte Fuss mehrmals mit meinem Gewicht belastet werden und diese Belastung kann scharfe und blizschnelle Aktionen ausloesen. ZUR SEITE GEZOGEN WERDEN. (Nach rechts im Beispiel). (Analogie zur Gravitaet oder der zentrifugalen Kraft, die auf einen Schier wirkt.) Falsches Verhalten. Ich beuge den Koerper nach links und versetze mein Gewicht auf den linken Fuss. Ich kann nur geringen Wiederstand leisten und beim Rutschen falle ich flach auf den Boden. Korrektes Verhalten. Ich beuge den Koerper nach rechts und versetze mein Gewicht auf den rechten Fuss. Mein Widerstand ist praktisch durch die Reibung meiner Sohle begrenzt. Beim Rutschen behalte ich die Position bei. ZIEHEN. Falsches Verhalten. Ich neige mich nach hinten und ziehe den Partner mit meinem Gewicht und mit der Kraft meines Bizeps an mich. Die Kraft ist durch den Bizepst begrenzt und mein Gleichgewicht ist instabil. Es reicht aus, dass mein Griff rutscht, oder dass der Partner als Taeuschung nachgibt, um mein Gleichgewicht zu verlieren. Korrektes Verhalten. Der Partner wird durchsichtig und ich ziehe "Stern zum Stern". Ich zeige auf beide "Sterne" nacheinander mit erstrecktem Arm. Es wird KI und nicht Gewicht eingesetzt. Die Position bleibt immer stabil und ich behalte mein Gleichgewicht trotz allen Ueberraschungen und Taeuschungen. Schlussfolgerung. Es soll KI und nie Gewicht eingesetzt werden. Man spricht zwar oft in Kampfsporten ueber "Gewichteinsetzen". Dies kann aber immer auf die Masse des Koerpers zurueckgefuehrt werden, die fuer uns einen besonderen Anker darstellt (z.B. im Springen). KI IN RAMBOCK. DIE UNSICHTBARE MAUER. Falsches Verhalten. Ich bewege den Arm mit Kraft nach vorne und versuche den Partner nach hinten zu stossen. Falls er aber stabil steht, werde ich zurueckgeschoben. Korrektes Verhalten. Ich stosse mich selbst von dem Partner zurueck. Die "unsichtbare Mauer" macht es aber unmoeglich mich nach hinten zu bewegen, so, dass der Partner nachgibt. Die "Mauer" wird als KI-Strom empfunden, der von der Plexus-Quelle in die Fersen fliesst. DEN PARTNER IN ZENKUTSU ANHALTEN. Einfuehrung zu MA. Falsches Verhalten. Ich versuche meine Kraft nach vorne auszuueben und den Partner nach hinten zu stossen. Korrektes Verhalten. Ich lasse den Partner mich nach hinten stossen. Partners KI fliesst durch meine Zenkutsu Struktur in die hintere Ferse. Dieser Anker, wie die "unsichtbare Mauer" macht es unmoeglich mich nach hinten zu bewegen, so dass der Partner angehalten wird. Die Staerke des Aufschlags kann den Partner verletzen ohne irgendeinen dynamischen Einsatz von mir. Diese Gefahr muss erklaert werden und die Uebung soll unter strikter Kontrolle ausgefuehrt werden. FLEGEL. In dem Aufsatz "Physikalische Prinzipien" haben wir die Stuktur des menschlichen Koerpers als gelenkig beschrieben. Vorstellungen und Empfindungen der inneren Dynamik einer gelenkigen Struktur beschreiben das Prinzip des Flegels. Ein Flegel, ein frei gelenktes Paar, besteht aus zwei starren Elementen, einem Anker und einem Schlaeger, die mit einem biegsamen Gelenk verbunden sind. Efiziente Dynamik einer gelenkigen Struktur setzt die Faehigkeit alle wesentlichen Elementen-Paare als frei gelenkte Flegel zu benutzen voraus. Diese Faehigkeit sich biegsam und frei zu bewegen ist eine der wichtigsten Erscheinungen unserer verlorenen Synergie. Es ist genug einen Massai laufen, jagen, tanzen zu sehen um sich davon zu ueberzeugen. Frei gelenkte Paare leiten KI ohne ihm Widerstand zu leisten. Steifes Verhalten schliesst diese Leitung und unterbricht den KI-Strom. Das Flegel-Prinzip ist einfach aber trotzdem sehr schwer zu lernen. Subjektif muss der Schlaeger als fremdes Objekt empfunden werden, das an dem Gelenk wie an einer Schnur haengt und nur auf die Bewegungen des Ankers reagieren kann. Unsere pseudo-vernuenftigen Gewohnheiten zwingen uns aber Muskeln einzusetzen, womit ein frei gelenktes Paar versteift wird und der Flegel-Effekt verschwindet. GEGENSTOSS. SPERRIEGEL. GELADENES OBJEKT. Der Gegenstoss kann als Zusammentreffen von zwei entgegengesetzten Stroemen abgebildet werden. Er ist einer Explosion aehnlich, die ploetzlich enorme Kraefte ausloest. Oft wird der Gegenstoss durch zwei verkettete Flegel erzeugt, wobei der Schlaeger des ersten Paares Anker des zweiten ist. 1.Impuls: Der erste Anker wird nach hinten bewegt. 2.Zweiter Anker (der auch erster Schlaeger ist) bewegt sich nach hinten. 3.Zweiter Schlaeger bewegt sich nach hinten. 4.Gegenimpuls: Erster Anker wird nach vorne bewegt. 5.Gegenstoss: Zweiter Anker wird nach vorne bewegt indem sein Schlaeger sich noch nach hinten bewegt. 6.Ergebnis: Zweiter Schlaeger "explodiert" nach vorne. Die Kette kann mehr als zwei Flegel enthalten. An der Grenze kann sie ein biegsames Objekt werden, das unzahlbare Menge kleiner Elemente enthaelt, wie z.B. eine Peitsche. Peitscheklatschen ist ein Gegenstoss, der dem letzten Schlaeger Ueberschallgeschwindigkeit verleiht und der von zwei gegeneinandergesetzten Bewegungen des ersten Ankers ausgeloest wird. azer======================================================== Wir haben behauptet, dass Flegel-Prinzip schwierig zu lernen ist. Der Gegenstoss ist noch viel schwieriger. Um ihm dem Anfaenger zugaenglich zu machen, schlagen wir zwei analoge Begriffe vor, die die ersten Vorstellungen und Empfindungen leicht unterstuetzen koennen, naemlich Sperriegel und geladenes Objekt. Der Sperriegel ist gesetzt (oder das Objekt ist geladen), wenn die zwei gegenseitigen Stroeme schon fliessen, aber noch nicht zusammengestossen sind. Der Sperriegel wird aufgehoben (oder das Objekt wird i entladen), wenn die Stroeme zusammenstossen. Gegenstoss im Tsuki. Die grobe Flegelkette des Tsuki: (Gelenke stellen Endpunkte von Elementen dar) Anker Schlaeger ----- --------- Ferse Huefte Huefte Schulter Schulter Elbogen Elbogen Faust Ausfuehrung (Tsuki rechts) Impuls: Gewicht auf linke Ferse setzen Die linke Huefte geht nach vorne und die rechte nach hinten Die rechte Schulter geht nach hinten Der rechte Elbogen geht nach hinten Gegenimpuls: Gewicht auf rechte Ferse setzen Die rechte Huefte geht nach vorne Gegenstoss: Die rechter Schulter geht nach vorne indem rechter Elbogen noch nach hinten geht. Ergebnis: Der rechte Elbogen (und die Faust) "explodiert" nach vorne. PULSIEREN (LADEN / ENTLADEN IN RESONANZ). TANZEN. Eine der wichtigsten Erscheinungen der synergischen Harmonie ist Pulsieren, d.h. Progression von Laden / Entladen, die in natuerlicher Resonanzfrequenz der eingesetzten Flegel-Ketten stattfindet. Pulsieren ist nicht unsere Erfindung; Es ist so alt wie der Mensch, es ist naemlich das Wesen des Tanzens. Unserer Zivilisation ist es zwar gelungen auch das Tanzen an einigen Stellen zu korrumpieren, es bleibt aber eine der seltenen wahrhaftigen Reserven. Afrikanische, oder orientalische Taenze sind die besten Katas, die man sich vorstellen kann. Die Umkehrung gilt auch: eine korrekt ausgefuehrte Kata ist ein Tanz. Wir empfehlen allen Studenten Twist als wesentlichen Teil des Karate Trainings. Einerseits ist es eine formgetreue Abbildung des Tsuki in Bewegung, also eine richtige Kata; anderseits macht es Spass und erinnert uns damit an das Wesen der Synergie und des synergetischen Trainings: an die Freude.